Mitte März - Der Frühling ist da!
Friday, March 20th, 2009Es war auch bitter nötig - also, raus aus der Wohnung, Klamotten an und ab an die frische Luft!

Das Spielen in der Natur gehört für Kinder zu den schönsten Momenten in ihrer Kindheit. Wenn wir uns erinnern, dann sind es die Kartoffelfeuermomente unter freiem Himmel, die uns immer noch strahlen lassen. Wie sehr haben sich nun Groß und Klein das Ende dieser trüben Restwintertage herbeigesehnt, um endlich mal wieder freiatmend ohne schützende Stoffschichten die milde Luft einzuatmen und draussen herumtoben zu können. Und plötzlich, wir haben kaum noch damit gerechnet ist er da:

DER FRÜHLING!
Von dicken Jacken, Winterstiefeln und Handschuhen befreit läßt es sich doch gleich viel besser rennen, Buden bauen und Abenteuer erleben. Das ideale Spielgelände dürfte wohl ein kleines Wäldchen sein, durch das ein plätschernder nicht zu hoher Bach fließt, und in dessen Umgebung jede Menge Stöcke, Steine und anderes Spielmaterial zu finden ist. Ziehen Sie sich und Ihren Kindern alte Sachen und machen Sie sich einfach mal auf die Suche. Es braucht keinen großen Plan, nur ein paar ungewohnter Wege, die man entdeckt!

Wir hatten das große Glück Grasfroschlaich zu finden - Unmengen kleiner Froscheier lag in dicken Strängen in den Wiesenauen. Was für ein Schauspiel!

Bei meinen Elternbefragungen wird als Lieblingsspielzeug der eigenen Kindheit häufig das Taschenmesser erwähnt. Ein wunderbares Abenteuer ist das Benutzen von Schnitzmessern, das zu konzentriertem und kreativen Schaffen führt.
Aber mal ganz unter uns. Als Pädagogin find ich Schnitzen toll und ich kann Ihnen zwanzig Gründe aufzählen wieso. Aber als Gluckenmutter wird mir ganz anders und ich kenne nur einen einzigen Grund, warum: das Horrorszenario “Blut an meinem Kind”. Für meine Sorgen gibt es aber keine geordnete Gründedemokratie, tief im Innersten tobt in mir eine Bananenrepublik - der eine Grund will putschen und der Kreativ- und Freiheitsförderung meiner Tochter gehörig im Wege stehen!
Doch ich bin als Frau Spielzeug wirklich bemüht, sachlich zu bleiben und den Kindern die Möglichkeit zu geben, denn: Hatten Sie auch ein Taschenmesser? Ich schon und nicht nur eines. Ich habe sie alle geliebt und sie im festen Glauben, das ich sie meinen Kindern vermachen werde, in Ehren gehalten.
Sie auch? Und wie oft haben Sie sich damit ernsthaft in den Finger oder gar in den Bauch geschnitten? Ehrlich, ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, auch wenn ich das als Gluckenmutter argumentationsmässig irgendwie einfacher fände, wenn ich wenigstens eine Fingerkuppe weniger hätte.
Nun, jetzt bin ich erwachsen, irgendwie, und trotzdem in Treu und Glauben meinen Kinderschwüren von damals verpflichtet. Zum Glück meiner Tochter: Ja, ich lasse sie schnitzen. Ja, ich freue mich daran, dass sie stolz wie Oskar das Messer ( mein altes…) in der Hose und den verzierten Wanderstock in der Hand hat. Und ja, es ist noch nichts passiert.
Aber ganz gluckenehrlich, die alten Messer sind auch stumpf wie die Nacht - und nachgeschliffen wird erst mit 18…

Künstler: Janko
